SBB sperrt sich gegen Suprise
Das Strassenmagazin “Suprise” muss aus den Bahnhöfen abziehen, weil die SBB die Bewilligung für den Verkauf des Magazins auf ihren Arealen per 1. Januar 09 aufhebt. Wenn man weiss, dass ein Viertel der Surprise-Magazine an den Bahnhöfen verkauft werden, so ist dieser Entscheid eine Kathastrophe. Der soziale Hintergrund von Surprise (Integrationsprojekt für sozial benachteiligte Menschen) verdient eigentlich breite Unterstützung. Aber die SBB macht genau das Gegenteil, denn mit der Begründung “kundenfreundliche Bahnhöfe” untergräbt das Staatsunternehmen das Projekt. Ja, es sind “Sozialfälle”, die Surprise verkaufen, aber sie tun was! Die SBB teilt mit dieser Massnahme also explizit allen mit, dass Surprise der Qualität im Erscheinungsbild ihrer Bahnhöfe schadet. Wenn die SBB nur gleich konsequent wäre bei allen pöbelnden, saufenden, rauchenden und herumlungernden Jugendlichen, die mich auf meiner regelmässigen Heimfahrt und Ankunft am Bahnhof doch erheblich mehr stören, als eine freundliche Zeitungsverkauferschar.
Schade, dass ein so grosses und einflussreiches Unternehmen an so schwachen Punkten ansetzen muss, um zu punkten!

11. Oktober 2008 um 00:33
Noch ist das letzte Wort ja nicht gesprochen. Die Verhandlungen laufen nach wie vor.
Fakt ist: Es gab Kundenreklamationen wegen den teilweise doch recht aggressiven Verkaufsmethoden der Zeitschrift “Suuuuuuuuuuurprise!”. Das Geschrei in den Bahnhöfen ging einigen Bahnkunden auf den Sack.
Würden sich die Verkäufer nun zusammenreissen, sprich: diskreter und zurückhaltender auftreten, steht einer künftigen Verkaufsaktivität in den Bahnhöfen sicher auch nichts im Wege.